1925 – 1945

1925 - 1945

Die Mitarbeiter des Stadtarchivs Gera suchten nach Unterlagen und Kanusportdokumenten. Sie fanden untenstehendes Bild mit den dazu gehörigen Daten. Demnach wurde Kanusport zwischen den Jahren 1920 und 1930 betrieben. Ältere Bürger erzählten mir, dass sie im Jahr 1925 schon Kanusportler auf der Weißen Elster gesehen haben. So haben wir, obwohl es zur Zeit noch keine Gründungsurkunde gibt, das Gründungsjahr auf 1925 festgelegt.

Nach und nach fand ich immer mehr Quellen mit Bilddokumenten aus jener Zeit. Vor allem von Eberhard Böttger, dessen Vater der wahrscheinlich letzte Vereinsvorsitzende vor dem zweiten Weltkrieg war, erhielt ich wertvolle Hinweise.

Das Bootshaus von 1930 befand sich auf dem Grundstück des Gastwirtes Max Köhler, Inhaber der Gaststätte „Zur Eisenbahn“ in der Pfarrstraße. Heute befindet sich dort die Gaststätte „Zur grünen Krähe“ Erst später erfuhr ich von der Existenz eines zweiten Bootshauses, auf dem Grundstück der Gaststätte „Zum Ross“, hinter der ehemaligen Filmbühne. Inhaber war der Gastwirt Alfred Gruber. Heute ist das Gelände im Besitz der Familie Jeuthe.

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Der Wassersportverein „Faltbootfreunde Gera“ erhielt im Jahre 1930 in Gera- Zwötzen ein neues Bootshaus auf dem Grundstück des Gastwirts Max Köhler, Inhaber der Gaststätte „Zur Eisenbahn“, der späteren Eisdiele, heute Gaststätte „Zur grünen Krähe“.

Aber was war vorher? Gab es da schon einen Verein oder war es der Neuanfang in Gera? Nach den Aufzeichnungen von Ursula und Christian Altenhofer, in ihrem Buch, „Der Hadernkahn“, war es der Schotte John Mac Gregor, der ab 1865 mit einem starren Holzkajak Wasserwanderungen an den Meeresküsten und den Deutschen Flüssen wie Mosel, Rhein und Donau unternahm. Kajakähnliche Boote sah man in Deutschland bei Halle auf der Saale schon 1821, in Leipzig 1851 auf Elster und Pleiße; und auf der Elbe legten Wassersportler schon 1863 eine längere Strecke im Kajak zurück. Im Jahr 1905 baute Alfred Heurich das erste Faltboot in Kajakform in Deutschland.

Der Fund eines Fotos mit seinen technischen Daten im Geraer Stadtarchiv, sowie die Befragung von älteren Bürgern aus Zwötzen (Zeitzeugen), geben die Gewissheit, dass Kanusport nachweislich schon 1925 in Gera betrieben wurde. Dazu kommt noch die Existenz des zweiten Bootshauses auf dem Grundstück der Gaststätte „Zum Ross“, vom Inhaber Alfred Gruber, heute im Besitz von „Wohnwagen – Jeuthe“. Nach Aussagen von Sportfreundin Brigitte Hirsch und Sportfreund Rudi Rothe, die das Bootshaus noch gekannt haben, war es ein barackenähnliches Gebäude aus Holz. An den Namen des Vereins konnten sich beide nicht erinnern. Sportfreund Rudi Rothe übergab mir ein Bild aus dem Jahr 1943, worauf er mit dem damaligen, vermutlich letzten Vereinsvorstand, Robert Böhme zu sehen ist. Robert Böhme sollte 1943 noch in die Hitlerarmee eingezogen werden, er zog den Freitod vor. Nach Aussagen des Sportfreundes Eberhard Böttger, ehemals Mitglied der Geraer Faltbootfreunde, lösten sich beide Vereine nach dem 2. Weltkrieg auf. Einige Mitglieder kamen nicht aus dem Krieg zurück, andere verschlug es in eine andere Gegend, andere hörten mit dem Sport auf. Auch über diese Zeit konnte mir niemand etwas Konkretes sagen.

Auf dem Bild rechts ist der junge Sportler Rudi Rothe zu sehen. Links daneben steht der wahrscheinlich letzte Vereinsvorsitzende von dem Bootshaus auf dem Gelände der Gaststätte „Zum Ross“, Robert Böhme. Dieses Foto von 1943 wurde bei einem Wettkampf (Rennkanu) in Bernburg gemacht. Rudi Rothe gehörte nach dem Krieg zur Gruppe um Erwin Weinschenk.

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